
Nicht nur in Deutschland ist der Winter wieder zurück, auch in den USA sorgt eine massive Kältewelle schon seit letzter Woche für große Probleme. Hunderttausende Haushalte waren und sind zum Teil immer noch ohne Strom, in zahlreichen Bundesstaaten musste der Notstand ausgerufen werden. Die extremen Wetterverhältnisse beeinträchtigen auch die US-Öl-und Gasförderung – mit spürbaren Folgen in Europa.
Mehrere Millionen Barrel Ausfall in den USA
Vor allem die niedrigen Temperaturen sind es, die an den Förderanlagen in den USA für Probleme sorgen. Gerade in den Regionen mit eher gemäßigtem Klima sind die Pipelines und die Pumpstationen oft nicht auf Minusgrade ausgelegt, so dass sie einfrieren oder die Qualität des geförderten Öls und Gases kompromittiert ist.
Aktuellen Schätzungen zufolge fielen im sogenannten „Permian Basin“, dem ertragreichsten Schieferölgebiet der USA , allein am Samstag rund 1,5 Millionen Barrel an täglicher Förderung den eisigen Temperaturen zum Opfer, am gestrigen Montag waren es laut der Analysten immer noch 0,7 Millionen Barrel, die fehlten. Sie vermuten, dass die Förderkapazitäten – gemäß der aktuellen Wetteraussichten – erst zum Ende der Woche wieder auf Normalstand sein werden.
LNG-Förderung besonders betroffen
Besonders betroffen von den Ausfällen ist die US-amerikanische LNG-Förderung, da die Förderanlagen für das per Fracking gewonnene Flüssigerdgas sehr anfällig sind. Für Europa ist das durchaus ein Problem, denn seit dem Bruch mit Russland stammt ein Großteil des hier benötigten LNGs aus den USA.
Gasspeicher in Deutschland extrem niedrig
Auch Deutschland bezieht 80 Prozent seines Flüssigerdgases aus den Vereinigten Staaten. Und gerade in der kalten Jahreszeit ist man auf die amerikanischen Importe angewiesen, denn der Füllstand der deutschen Gasspeicher liegt mit 36,8 Prozent weit unter dem üblichen Durchschnitt (Quelle: AGSI+ Stand 26.1.2026).
Die hohe Nachfrage in Kombination mit der akuten Angebotsknappheit sorgt aktuell am Gasmarkt für extreme Preissteigerungen, was sich inzwischen auch an den Ölbörsen bemerkbar macht (wenn das Gas knapp wird, wird auf Alternativen wie Diesel oder andere Brennstoffe umgestellt, so dass auch hier der Bedarf steigt).
Inlandspreise etwas günstiger als zuvor
Zuletzt waren auch die Inlandspreise für Heizöl deshalb teilweise deutlich gestiegen. Doch heute können sich die deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher über leichte Preisabschläge freuen, denn für 100 Liter zahlen sie heute etwa -0,85 bis -1,25 Euro weniger als noch am Montagvormittag.
Source: Futures-Services

