
Die erste laufende Woche des Irankonflikts neigt sich dem Ende und die Märkte sind weiterhin angespannt. Die Ölversorgung ist aktuell im großen und ganzen noch einigermaßen stabil, die ausbleibenden Exporte sorgen jedoch bald nicht nur für Ölmangel bei den Importen, sondern lassen auch die Exporthäfen überfüllen. In direkter Folge kann es passieren, dass bei ausbleibenden Exporten bald mehr Ölproduktionen abgestoppt werden müssen.
Überfüllte Ölspeicher im Nahen Osten erwartet
Der Mangel an Exporten im Nahen Osten durch die weiterhin gesperrte, zentrale Transportroute „Straße von Hormus“ sorgt bei einigen Ländern und Ölproduzenten bereits für volle Öltanks. Denn wo kein verladen, verschifft und exportiert werden kann, muss die Ware erstmal in die Vorräte laufen. Sobald diese voll sind und es keine entsprechenden Lager-Alternativen wie freie Schiffe mehr gibt, bleibt nichts anderes übrig als die Ölproduktion abzustoppen.
Der Irak macht genau das bereits durch, hier wurde die Ölproduktion im Land bereits um mehr als 1 Millionen Barrel Öl pro Tag reduziert, da die Ölspeicher bereits sehr weit gefüllt sind. Weitere Produktionskürzungen sind für die nächsten Tage und Wochen geplant. Und auch in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emirate werden in den nächsten Tagen deutliche Produktionskürzungen an den Ölfeldern erwartet, da die Lagertanks auch hier nur noch Neuproduktionen von 2-3 Wochen auffangen können, bevor sie randvoll sind.
USA gibt Indien Sondergenehmigung für Ölimporte aus Russland
Da kaum bis kein Öl aus dem Nahen Osten importiert werden kann, brauchen andere Länder umso dringender Zuflüsse von Öl um Wirtschaft und Versorgung zu sichern. Da Indiens Ölimporte zuletzt mit etwa 40% Waren aus dem Nahen Osten gedeckt wurden, sieht sich das Land zeitnah vor schweren Versorgungsengpässen und sucht daher dringendst nach möglichen Ölzuflüssen.
Hierzu vergab die USA gestern eine Sondergenehmigung an Indien, welche den vorübergehenden Import von sanktioniertem, russischem Öl erlaubt. Dabei waren es die USA selbst, die im vergangenen Jahr vehement gegen die Nutzung von russischem Öl in Indien vorgegangen sind und diesen Standpunkt mit der Erhebung von Strafzöllen und harschen Drohungen gegen Indien mehrfach untermauerten. Die aktuelle Sondergenehmigung hingegen akzeptiert die USA mit der Aussage, dass diese Maßnahme Russland „keinen nennenswerten, finanziellen Nutzen“ bringen soll.
Die neuen Freigaben ermöglichen es Neu-Delhi und dessen Raffineriebetrieben, bereits auf Schiffen verladenes, russisches Rohöl bis einschließlich 03. April zu importieren. Waren die erst neu auf russische Schiffe geladen werden müssen sind verboten, wie genau das nachverfolgt wird bleibt derzeit noch offen. Indien importierte bis Herbst 2025 noch durchschnittlich 1,5 bis 2,0 Mio. B/T Rohöl aus Russland, kürzte diese Warenkäufe gegen Jahreswechsel jedoch auf knapp 1 Mio. B/T.
Heizöl etwas teurer erwartet
Der Aufwärtskurs an den Ölbörsen bleibt weiter bestehen, fällt aktuellen Entwicklungen zufolge heute jedoch etwas schwächer aus als in den letzten Tagen. In direkter Folge steigen die Heizölpreise heute zwar weiter an, jedoch nicht so deutlich wie zuletzt. Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik müssen beim Heizölkauf aktuell dennoch mit Aufschlägen in Höhe von ca. +0,50 bis +1,50 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag rechnen.
Source: Futures-Services

